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"Stiefkind" Saftschorle gerettet

Autor: Carina Lindenblatt
Artikel vom 04.03.2021

Gerettete Saftschorle für Kinder und Senioren / Im Lockdown nicht verkauftes Naturprodukt wäre vernichtet worden

Waghäusel/Edingen-Neckarhausen. Den Waghäuseler Firmen Wirsol Roof Solutions und Sallys Welt liegt eine nachhaltige Produktions- und Lebensweise besonders am Herzen und gehört ganz natürlich auch zum Geschäftsmodell. Jetzt haben sie spontan die Chance ergriffen, eine große Menge Apfelsaftschorle aus regionaler Produktion aufzukaufen, um sie so vor der sinnlosen Vernichtung zu bewahren.

Obstanbauer Georg Schneider und seine Tochter Magdalena aus Edingen-Neckarhausen vertreiben gemeinsam die eigene Apfelsaft-Marke „Stiefkind“. Durch die Corona-Pandemie brach der Absatzmarkt für die abgefüllten Schorleflaschen weg: die Gastronomie. Dadurch, dass der Vertrieb an die Gastronomie nicht möglich ist, werden viele Produkte nicht nachgefragt, so auch die Apfelsaftschorle von Georg Schneider. Der Obstbauer stand aufgrund des anstehenden Ablaufdatums der Flaschen vor der für ihn letzten Option: die Flaschen wegzuschütten. Zehn Paletten Apfelsaftschorle drohten in den Müll zu wandern. Stattdessen wurden sie nun bei Sallys Welt in Waghäusel an die Bürgermeister der Gemeinden Edingen-Neckarhausen, Philippsburg und Oberhausen-Rheinhausen übergeben und werden von den Gemeinden kostenlos an Altenheime und Kindergärten verteilt.

Markus Wirth, Geschäftsführer der Wirsol Roof Solutions aus Waghäusel war entsetzt, als er über die Auswirkungen der Pandemie auf die regionale Nahrungsmittelerzeugung in der Zeitung las. Zuzulassen, dass die zehn Paletten mit Apfelsaftschorle einfach weggeschüttet werden müssen, war für Markus Wirth keine Option.

Zusammen mit der Waghäuseler Unternehmerin Saliha Özcan, bekannt als Sally durch ihrem Koch- und Back-Unternehmen „Sallys Welt“, entschloss sich Markus Wirth zu einer „Rettungsaktion“ für die 10.000 Flaschen Apfelsaftschorle. Gemeinsam haben sie kurzerhand jeweils die Hälfte der „bedrohten“ Menge aufgekauft. Die beiden Unternehmen arbeiten bereits in verschiedenen Projekten der ökologischen Energieerzeugung und der nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion zusammen.

„Ich lege großen Wert auf eine nachhaltige Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. Unser Unternehmen ist schon lange im Bereich der erneuerbaren Energien tätig und wir bringen uns in der Entwicklung neuer, innovativer Ideen ein, die unser Zusammenleben in Zukunft ökologischer machen können. Eine Verschwendung regionaler Produkte kam für mich nicht in Frage“, betont Markus Wirth.

„Wir können die 10.000 Flaschen Apfelsaftschorle natürlich auch nicht alle mit unseren Mitarbeitern zusammen selbst trinken. Uns war wichtig, dass die Flaschen kurzfristig in der Region ihre Abnehmer finden. Deshalb entschieden wir uns, die Flaschen an Kindergärten und Pflegeheime zu verteilen - sowohl in Edingen-Neckarhausen, der Heimatgemeinde des „Stiefkind“ Apfelsaftes, als auch in unseren Nachbargemeinden Philippsburg und Oberhausen-Rheinhausen haben wir dankbare Empfänger gefunden“, erklärt Sally.

Über die jeweiligen Gemeindeverwaltungen werden die „Stiefkinder“ an die jeweiligen Einrichtungen der drei Kommunen ausgeliefert. Die beiden Bürgermeister Simon Michler aus Edingen-Neckarhausen und Stefan Martus aus Philippsburg waren zur Übergabe nach Waghäusel gekommen. Sie zeigten sich begeistert von der engagierten Aktion der beiden Waghäuseler Unternehmer und der in Sallys Küche gleich selbst probierten Apfelsaftschorle. Sie nahmen sich daher gleich noch Zeit für einen Rundgang durch Sallys Welt, die ebenfalls angefüllt ist mit regionalen Zutaten und Produkten.

 

Textquelle: Jürgen Scheurer, Diskurs Communication GmbH / Gemeinde Edingen Neckarhausen

Bildquelle: Jürgen Scheurer, Diskurs Communication GmbH

Bildunterschrift v.l.n.r.: Georg Schneider (Apfel Schneider), Bürgermeister von Edingen-Neckarhausen Simon Michler, Magdalena Schneider (Apfel Schneider), Saliha Özcan von Sallys Welt, Geschäftsführer der Wirsol Roof Solutions Markus Wirth, Bürgermeister von Philippsburg Stefan Martus