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Mehr als 60 Bürgerinnen und Bürger aus Edingen-Neckarhausen beteiligten sich vergangenen Dienstag, den 15.09.2026, am Bürgerworkshop zur Hitzeaktionsplanung, zu dem die Gemeinde alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen hatte. Bürgermeister König freute sich über die große Resonanz auf die Veranstaltung. Er betonte, dass dies die Dringlichkeit des Themas unterstreiche und es deshalb weiterhin vertieft bearbeitet werden müsse.
Die vergangenen Sommermonate haben verdeutlicht: Hitzeschutz und -anpassung sind für Edingen-Neckarhausen zentrale Zukunftsaufgaben, die eine konsequente und strategische Umsetzung erfordern. Im Oktober 2025 hatte die Gemeinde Edingen-Neckarhausen die Zusage für das Forschungsprojekt PROLOK bekommen, das zum Ziel hat, kleine Gemeinden auf dem Weg zur Hitzeaktionsplanung (HAP) zu unterstützen.
Frau Weishäupl, verantwortlich für den Bereich Klimaschutz und Klimawandelanpassung in der Gemeinde, informierte die Teilnehmenden anhand von Statistiken des Deutschen Wetterdienstes und des Klimaatlas Baden-Württemberg über die deutlichen Klimaveränderungen in den letzten Jahrzehnten in Edingen-Neckarhausen. Unter folgendem Link der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (Klimaatlas BW) finden Sie die Daten zur Klimaveränderung mit dem Titel „Klimaprofil Edingen-Neckarhausen“: webtool.klimaatlas-bw.de/viewer/profiles/gemeinden/8226105
Bei gleichbleibenden Treibhausgasemissionen besteht die reale Möglichkeit, dass die Sommer noch länger und heißer werden als bisher. Umso wichtiger ist es, an den Ursachen des Klimawandels zu arbeiten und Treibhausgasemissionen in allen Bereichen zu vermeiden oder einzusparen. Der Gemeinderat hatte vor diesem Hintergrund im Januar 2022 entschieden, dass die Gemeinde bis 2035 klimaneutral werden soll. Auf folgender Homepage des Umweltbundesamts können Sie sich ausrechnen lassen, wie es um Ihren persönlichen CO₂-Fußabdruck steht und wo Einsparmöglichkeiten im Alltag bestehen könnten: www.umweltbundesamt.de/themen/klimaneutral-leben-im-alltag
Frau Ramünke vom Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises ging im Weiteren auf die gesundheitlichen Aspekte von Hitze auf den menschlichen Körper ein und erklärte, wie wir uns selbst vor Hitzestress schützen können. Besonders für Risikogruppen müssten spezielle Maßnahmen ergriffen werden. Sie schloss ihren Beitrag mit einem Appell: „Füreinander da sein“ und nachfragen, ob Hilfe benötigt werde, sei an heißen Tagen manchmal überlebenswichtig.
Im interaktiven Teil des Bürgerworkshops teilten die anwesenden Bürgerinnen und Bürger im ersten Schritt ihre ganz persönlichen Sorgen und Nöte während Hitzezeiten. Besonders häufig genannt wurden gesundheitliche Einschränkungen wie Erschöpfung, Konzentrationsstörungen und Müdigkeit wegen schlechten Schlafs, verbunden mit dem Fehlen einer Abkühlungsmöglichkeit bzw. eines kühlen Raums (ohne monetären Konsumzwang) zur Erholung. Sorgen wurden sich auch um die Tierwelt gemacht, die oft noch schlechtere Möglichkeiten hat, sich vor Hitze zu schützen oder ausreichend Wasser in erreichbarer Nähe zu finden.
Im zweiten Teil des Workshops wurden zahlreiche Ideen zum besseren Umgang mit Hitze gesammelt. Häufig genannt wurde, dass es zu wenig schattige Aufenthaltsorte und Wege innerorts gebe, verbunden mit dem Wunsch nach der Anpflanzung von mehr Bäumen. Wichtig war vielen Teilnehmenden die Durchsetzung des Verbots von Schottergärten. Schottergärten tragen zum städtischen Wärmeinseleffekt bei, während bepflanzte Gärten Kühlung bieten. Viele Teilnehmende wünschen sich die Entsiegelung von bestimmten Flächen, die sich im Ort stark aufheizen. Die Bereitstellung von Wasserspendern im öffentlichen Raum würden viele Teilnehmende ebenfalls begrüßen.
Dies ist nur eine kleine Auswahl des bunten Blumenstraußes an Ideen zum Umgang mit Hitze. Ausnahmslos alle Beiträge werden im nächsten Schritt von einem Lenkungsteam, einem Gremium der Gemeindeverwaltung, ausgewertet, diskutiert und priorisiert. Geplant ist, bis Ende des Jahres 3 bis 5 Maßnahmen für die Umsetzung im Jahr 2027 dem Gemeinderat zum Beschluss vorzulegen. Das Lenkungsteam wird ab jetzt jährlich weitere Maßnahmen für die Umsetzung in den Folgejahren beschließen. Auf die Sammlung an Problemlagen und Handlungsbedarfen aus diesem Workshop wird dabei immer wieder Bezug genommen werden. Hitzeschutz wird dauerhaft ein wichtiges Thema in der Gemeinde bleiben!
Der Bürgerworkshop fand passend zur Woche der Klimaanpassung (WdKA) statt. Vom 14.09. bis 20.09.2026 fand diese Aktionswoche deutschlandweit auf Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und koordiniert vom Zentrum Klimaanpassung (ZKA) statt. Mit stetig wachsender Beteiligung zeigen Kommunen, Verbände, soziale Einrichtungen und weitere Akteure die Vielfalt der Klimaanpassung im gesamten Bundesgebiet in dieser Woche auf.





