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Musikalische Bildung in Edingen-Neckarhausen
Die musikalische Förderung von Kindern und Jugendlichen hat in Edingen-Neckarhausen seit jeher einen hohen Stellenwert – und das wird auch in Zukunft so bleiben. Umso schwerer fällt der Schritt, die Zusammenarbeit mit der Musikschule Mannheim zum 30. April 2026 zu beenden. Diese Entscheidung wurde nicht kurzfristig getroffen, sondern war über Jahre hinweg wiederholt Gegenstand intensiver Diskussionen in verschiedenen Sitzungen des Gemeinderats.
Hintergrund sind mehrere Entwicklungen: Um die Kosten zu reduzieren wurde schon in den vergangenen Jahren das Unterrichtsangebot eingeschränkt – etwa durch die Verkürzung von Unterrichtseinheiten oder die Verlagerung vom Einzel- zum Gruppenunterricht.
Nunmehr wurde der Gemeinde zum 01.05.2026 eine Preissteigerung von rund 19 % angekündigt. Bei all dem hat die Gemeinde nur sehr geringe Möglichkeiten, Einfluss auf Inhalte, Organisation oder auch die Beitragshöhen für Eltern zu nehmen. Derzeit kostet eine Lehrerstunde 200 €, von denen die Eltern nur rund 38 % tragen. Das bedeutet, dass ein erheblicher finanzieller Aufwand aus dem Gemeindehaushalt gedeckt werden muss – auf Dauer ist das unter den gegebenen Haushaltsbedingungen nicht mehr tragbar.
Als Kommune sind wir verpflichtet, sparsam und wirtschaftlich mit öffentlichen Geldern umzugehen – nicht zuletzt im Sinne der generationengerechten Haushaltsführung. Wir wollen künftigen Generationen nicht nur Schulden hinterlassen, sondern auch Handlungsspielräume. Deshalb prüfen wir derzeit in vielen Bereichen, wie und wo Einsparungen möglich sind, ohne zentrale Angebote aus dem Blick zu verlieren.
Diese Entscheidung bedeutet nicht, dass die musikalische Förderung bei uns endet. Wer das Angebot der Musikschule Mannheim weiterhin nutzen möchte, kann dies in den umliegenden Außenstellen – in Ilvesheim, Brühl oder Heddesheim – oder direkt in Mannheim, gegen einen Aufpreis weiterhin in Anspruch nehmen.
Gleichzeitig arbeitet die Gemeindeverwaltung derzeit intensiv an einer neuen Kooperation mit einer privaten Musikschule, um vor Ort weiterhin ein attraktives, qualitativ hochwertiges und gleichzeitig bezahlbares Angebot sowohl für die Eltern als auch für die Gemeinde leisten zu können. In Nachbarkommunen gibt es solche erfolgreichen Modelle bereits seit vielen Jahren – häufig in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Musikvereinen.
Damit ein neues Modell erfolgreich wird, braucht es allerdings auch Offenheit und Bereitschaft auf Seiten der Bürgerinnen und Bürgern, sich auf neue Strukturen und Formate einzulassen. Nur mit einem gemeinsamen, konstruktiven Geist kann ein langfristig tragfähiges Angebot entstehen, das sowohl der finanziellen Lage der Kommune als auch dem Anspruch an musikalischer Qualität gerecht wird.
Wir hoffen, im Spätjahr 2025 ein konkretes Konzept vorstellen zu können. Wer frühzeitig über Entwicklungen informiert werden möchte, kann sich gerne bei der Gemeindeverwaltung melden und wird in einen Infoverteiler aufgenommen.
Wir wissen, dass diese Entscheidung viele Emotionen auslöst. Kritik ist erlaubt – und manchmal auch nötig. Doch wir bitten Sie: Lassen Sie uns sachlich im Gespräch bleiben. Persönliche Angriffe helfen niemandem.
Gleichzeitig bitten wir jedoch auch um Verständnis: Letztlich tragen alle Bürgerinnen und Bürger die entstehenden Kosten mit – unabhängig davon, ob sie das Angebot nutzen oder nicht. Unser Ziel bleibt, für möglichst viele Familien ein gutes Angebot zu schaffen – fair, finanzierbar und zukunftssicher.
Die Gemeindeverwaltung steht für Fragen, Hinweise und konstruktive Vorschläge jederzeit offen. Lassen Sie uns im Dialog bleiben.
Ihr
Florian König
Bürgermeister





